Warum ISTQB® Certified Tester - Quality in DevOps (CT-QDO) die ideale Ergänzung für technikbegeisterte Softwaretester ist

ISTQB® CT-QDO: Warum <<Quality in DevOps“ die ideale Ergänzung für technikbegeisterte Softwaretester ist>>

Software development (Dev) and IT operations (Ops) [kurz DevOps] ist eine Sammlung unterschiedlicher technischer Methoden und eine Kultur zur Zusammenarbeit zwischen Softwareentwicklung und IT-Betrieb.

DevOps hat die Art und Weise verändert, wie Software entwickelt, getestet und betrieben wird. Kürzere Releasezyklen, automatisierte Pipelines (eine Abfolge von Schritten, die Daten von der Quell zum Ziel transportieren und dabei transformieren, bereinigen und anreichern) und eine gemeinsame Verantwortung für Qualität verlangen deshalb auch von Softwaretestern ein erweitertes Rollenverständnis. Genau hier setzt das neue Zertifizierungsmodul ISTQB® Certified Tester Quality in DevOps (kurz CT-QDO), an.

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In klassischen Vorgehensmodellen wurde das Testen häufig als separate Phase betrachtet. Entwicklung, Test und Betrieb arbeiteten nacheinander und teilweise auch organisatorisch voneinander getrennt. In modernen DevOps-Umgebungen funktioniert dieses Modell nicht mehr.

Wenn Software mehrmals täglich deployt/gebaut, getestet und potenziell produktiv bereitgestellt wird, muss die Qualität von Anfang an berücksichtigt werden. Qualitätssicherung wird damit zu einer kontinuierlichen Aufgabe, die sich über den gesamten Softwareentwicklungslebenszyklus erstreckt.

Das International Software Testing Qualifications Board (kurz ISTQB®), mit Sitz in Belgien, beschreibt DevOps als eine heute weitverbreitete Form moderner Softwareentwicklung, die agile Prinzipien wie Autonomie, häufige Lieferungen und frühes Kundenfeedback weiterführt. Qualitätssicherung, Qualitätsengineering und Testen finden dabei in allen Phasen des Entwicklungslebenszyklus statt.

Für Softwaretester bedeutet das: Ihre Arbeit endet nicht bei der Erstellung von Testfällen oder der Ausführung automatisierter Regressionstests. Sie gestalten Qualitätsmaßnahmen, Entwicklungsprozesse, Deployment-Pipelines, Monitoring-Ansätze und Feedbackmechanismen aktiv mit.

Das ISTQB® Modul Certified Tester Quality in DevOps vermittelt ein strukturiertes Verständnis davon, wie Qualitätssicherung und Testen in einer DevOps-Organisation funktionieren. Es richtet sich ausdrücklich nicht nur an Softwaretester, sondern auch an Testautomatisierer, Testmanager, Qualitätsbeauftragte, Quality Engineers, Entwickler, DevOps Engineers, Site Reliability Engineers, Operations-Spezialisten, Scrum Master und Product Owner.
Ziel ist eine gemeinsame Sprache und Methodik für Qualität im gesamten DevOps-Team.

Die Inhalte lassen sich in vier zentrale Themenfelder gliedern:
    1. Grundlagen von DevOps und Quality Engineering
    2. Qualitätssicherung und Testen in DevOps
    3. Continuous Testing, Feedback und Automatisierung
    4. DevOps-Werkzeuge und technische Qualitätspraktiken

    Dabei geht es unter anderem um:
    • DevOps-Kultur und gemeinsame Qualitätsverantwortung>
    • Continuous Testing innerhalb von CI/CD-Pipelines
    • Qualitätsaktivitäten entlang des gesamten Value Streams
    • Testautomatisierung und automatisiertes Feedback
    • manuelles und exploratives Testen in DevOps-Teams
    • API- und Contract-Testing
    • Infrastructure as Code
    • Feature Toggles und moderne Branching-Strategien
    • Canary-, Rolling- und Blue-Green-Deployments
    • Site Reliability Engineering und Resilienz
    • Chaos Engineering
    • DORA-Metriken
    • Software Bills of Materials
    Damit verbindet CT-QDO organisatorische, methodische und technische Aspekte. Das Modul betrachtet Testen nicht isoliert, sondern als Bestandteil eines integrierten Systems aus Entwicklung, Bereitstellung, Betrieb, Beobachtbarkeit und kontinuierlicher Verbesserung.

Technikbegeisterte Softwaretester interessieren sich häufig nicht nur dafür, ob ein System funktioniert. Sie möchten auch verstehen, wie es gebaut, bereitgestellt, überwacht und im laufenden Betrieb verbessert wird.
CT-QDO bietet dafür den passenden Rahmen.

1. Testautomatisierung wird Teil einer größeren Qualitätsstrategie
Ein automatisierter Test ist noch keine DevOps-Strategie. Entscheidend ist, wann er ausgeführt wird, welches Feedback er liefert, welche Risiken er abdeckt und welche Konsequenzen ein fehlgeschlagener Test für Build, Deployment oder Release hat.
Das Modul hilft dabei, Testautomatisierung als integralen Bestandteil der Delivery Pipeline zu verstehen. Dazu gehören auch Nachverfolgbarkeit, Regressionstests, Testdaten, Testumgebungen sowie die Auswahl geeigneter Werkzeuge.

2. Tester arbeiten näher an Architektur und Betrieb
Qualität zeigt sich nicht nur vor einem Release. Sie zeigt sich auch im Verhalten eines Systems unter realen Bedingungen. Themen wie Resilienz, Observability, kontrollierte Releases, Infrastructure as Code und Chaos Engineering erweitern deshalb den Blick des Testers.
Wer diese Zusammenhänge versteht, kann Risiken früher erkennen und bessere Fragen stellen:
  • Ist das System ausreichend beobachtbar?
  • Können Fehler schnell lokalisiert werden?
  • Lassen sich Änderungen sicher zurückrollen?
  • Wie werden Konfigurationen und Umgebungen reproduzierbar?
  • Welche Qualitätsinformationen liefert die Pipeline?
  • Wie reagiert das System auf den Ausfall einzelner Komponenten?
Genau diese Verbindung von Testen, Technik und Betrieb macht CT-QDO für technisch orientierte Tester besonders wertvoll.

3. Manuelles Testen bleibt weiterhin relevant
DevOps wird häufig vorschnell mit vollständiger Automatisierung gleichgesetzt. CT-QDO macht dagegen deutlich, dass auch manuelles und exploratives Testen einen wichtigen Beitrag leisten.
Automatisierung erzeugt Geschwindigkeit und Wiederholbarkeit. Exploratives Testen bringt menschliche Beobachtung, Kreativität und kritisches Denken ein. Quality-Hunting-Events, Crowdtesting und gezielte manuelle Untersuchungen können Erkenntnisse liefern, die sich nicht ohne Weiteres durch vorab definierte automatisierte Prüfungen gewinnen lassen.

CT-QDO ist nicht ausschließlich ein technisches Zertifizierungsmodul. Es behandelt ebenso die organisatorischen Voraussetzungen für funktionierende DevOps-Strukturen.

Für Projektleiter bietet das Modul Orientierung dazu, wie Qualitätsaktivitäten in schnelle und iterative Lieferprozesse integriert werden können, ohne Qualität als nachgelagerte Kontrollinstanz zu behandeln.

Testmanager erhalten Impulse, wie sich Teststrategien, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten in interdisziplinären Teams weiterentwickeln müssen. Die zentrale Frage lautet nicht mehr nur: „Wie organisieren wir den Test?“, sondern zunehmend: „Wie organisieren wir kontinuierliches Qualitätsfeedback?“

Für Qualitätsbeauftragte und QA-Manager ist insbesondere die Verbindung von Qualitätszielen, Value Stream, Automatisierung, Metriken und kontinuierlicher Verbesserung relevant. Qualität wird dadurch nicht nur geprüft, sondern systematisch in Prozesse, Technologien und Teamstrukturen eingebaut.

Das ISTQB® formuliert als Lernergebnisse unter anderem, dass zertifizierte Personen Qualitätssicherung im DevOps-Kontext erklären, zu allen Stufen des Value Streams beitragen, Automatisierung und manuelles Testen in DevOps-Teams einsetzen sowie geeignete Werkzeuge und Praktiken auswählen können.

Das CT-QDO-Modul wurde international durch das ISTQB® veröffentlicht. Der englischsprachige Lehrplan in Version 1.0 datiert vom 17. April 2026. Voraussetzung für die Zertifizierung ist eine bestandene ISTQB®-Foundation-Level-Prüfung. Die CT-QDO-Prüfung umfasst laut ISTQB® 40 Fragen, 45 erreichbare Punkte und eine reguläre Prüfungsdauer von 60 Minuten.

Umso mehr bedauere ich, dass dieses weltweit anerkannte Zertifizierungsmodul nach dem derzeit veröffentlichten Stand auch im September 2026 noch nicht über das German Testing Board (kurz GTB) angeboten beziehungsweise in dessen veröffentlichter Übersicht der verfügbaren Lehrpläne geführt wird.

Für mich war das allerdings kein Grund, mit der Qualifizierung zu warten. DevOps, Continuous Testing, Testautomatisierung und Quality Engineering sind keine Zukunftsthemen mehr. Sie gehören bereits heute zur Realität moderner Softwareentwicklung.

Deshalb habe ich mich für eine Zertifizierung über Brightest entschieden. Brightest bietet die offizielle ISTQB®-CT-QDO-Prüfung an.

Mit dieser Zertifizierung möchte ich meine Expertise im Softwaretest gezielt untermauern, insbesondere in den Bereichen:
  • Qualitätssicherung in DevOps-Umgebungen
  • kontinuierliches und risikobasiertes Testen
  • Testautomatisierung innerhalb von CI/CD-Pipelines
  • Quality-Engineering-Praktiken
  • Zusammenarbeit zwischen Entwicklung, Test und Betrieb
  • technische und organisatorische Qualitätsmaßnahmen
  • kontinuierliches Feedback und kontinuierliche Verbesserung
Die Entscheidung für Brightest war für mich somit eine pragmatische und konsequente Wahl: Wenn ein international anerkanntes Modul fachlich relevant ist und bereits über eine autorisierte Zertifizierungsstelle verfügbar ist, sollte – aus meiner Sicht – die persönliche Weiterentwicklung nicht von der zeitlich späteren Einführung durch ein nationales Board abhängig gemacht werden.

Das Berufsbild des Softwaretesters entwickelt sich weiter. Gefragt sind zunehmend Menschen, die funktionale und nicht funktionale Qualität verstehen, Automatisierung sinnvoll einsetzen, technische Zusammenhänge erfassen und Qualität über Team- und Systemgrenzen hinweg denken.

CT-QDO ersetzt dabei weder fundierte Testerfahrung noch vertiefte Kenntnisse in Testautomatisierung, Architektur oder Betrieb. Das Modul schafft jedoch einen gemeinsamen Orientierungsrahmen. Es zeigt, wie diese Disziplinen in einer DevOps-Umgebung zusammenspielen und welchen Beitrag Tester dazu leisten können.
Genau deshalb ist die Zertifizierung für mich eine hervorragende Ergänzung für technikbegeisterte Softwaretester. Sie stärkt nicht nur das Wissen über einzelne Testverfahren, sondern fördert ein umfassenderes Verständnis von Qualität als gemeinsamer, kontinuierlicher und technisch unterstützter Aufgabe.

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Qualitätsmanagement

Mein persönliches Fazit

ISTQB® Certified Tester Quality in DevOps ist mehr als ein weiteres Zertifikat im persönlichen Qualifikationsprofil. Das Modul steht für den Wandel vom klassischen Testen hin zu einem ganzheitlichen Quality Engineering.

Für Projektleiter, Testmanager und QA-Manager schafft es ein besseres Verständnis dafür, wie Qualität in moderne Lieferorganisationen integriert werden kann. Für Softwaretester eröffnet es die Möglichkeit, die eigene Rolle technisch und methodisch weiterzuentwickeln.

Für mich persönlich ist die Zertifizierung über Brightest deshalb ein bewusster Schritt, meine Expertise in Qualitätssicherung, Softwaretest, Automatisierung und Quality-Engineering-Praktiken in DevOps-Umgebungen nachvollziehbar zu dokumentieren.

In DevOps gilt mehr denn je: Qualität ist keine abschließende Phase. Qualität ist ein kontinuierlicher Bestandteil der gesamten Wertschöpfung.



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